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Afrikanische Christen weisen auf Wasser- und Umweltkrise hin

Afrikanische Christen weisen auf Wasser- und Umweltkrise hin

"Als Entwicklungshelfer weiß ich, wie nötig Wasser für die Entwicklung ist", sagte Augustine Mwaimu, Programmreferent der Anglikanischen Kirche von Tansania. © Maike Gorsboth/EWN

01. Januar 2001

Zum ersten Mal hat die Gesamtafrikanische Kirchenkonferenz auf ihrer Vollversammlung vom 7. bis 12. Dezember in Maputo, Mosambik, der Wasser- und Umweltkrise breiten Raum eingeräumt.

Eines der neun Unterthemen der Vollversammlung lautete "Umwelt und Spiritualität", und der Ausbruch der Cholera in Simbabwe veranschaulichte, wie sehr die Menschen in Afrika von Umweltverschmutzung und -zerstörung und von ungenügender Wasserversorgung betroffen sind.

In einem Gottesdienst zur "Feier von Gottes Schöpfung" bekannten sich Delegierte und Gäste dazu, ein Übermaß an Treibhausgasen verursacht und zur Umweltverschmutzung beigetragen zu haben. Prof. Samuel Mukasa von der Universität von Michigan stellte die wachsende Zahl von Autos und "Matatus" (Minibussen) als ein Beispiel dafür heraus, wie das Bevölkerungswachstum in Afrika zu Umweltbelastung und Klimawandel beiträgt.

Redner/innen und Teilnehmende der Workshopreihe zum Thema Umwelt und Spiritualität, die vom Ökumenischen Wassernetzwerk unterstützt wurde, stellten den Zusammenhang von Umwelt-, Wasser- und Nahrungsmittelkrise heraus. Aus ganz Afrika nannten sie Beispielen dafür, wie Menschen aufgrund des Klimawandels und der Umweltzerstörung ihre Existenzgrundlage verlieren.

Es gab aber auch Geschichten, die von Glaube und Hoffnung erzählten. Zum Beispiel, was Joshua Mukusya von der Entwicklungsorganisation Excellent Development aus dem kenianischen Dorf Utooni berichtete.

Worüber die Menschen sich heute am meisten beschwerten, sagte er, sei, "dass es nicht mehr regnet. Allerdings haben wir heftige Niederschläge in einem sehr kurzen Zeitraum. Darauf müssen wir uns einstellen."

"Am wichtigsten für Veränderungen sind die Menschen, das Engagement der Gemeinschaft, nicht das Geld", fügte er hinzu. Seit Jahren setzt sich seine Gemeinschaft dafür ein, ihre Umwelt durch Wasserernte und Vorbeugung von Bodenerosion zu verbessern.

Viele der Workshop-Teilnehmenden waren verblüfft, als sie seinen Videofilm über die Resultate dieser Arbeit sahen: üppige, grüne Gemüse- und Maisfelder, ein kleiner Garten Eden mitten in einem halbtrockenen Gebiet, wo es keine ständig fließenden Gewässer und nur wenig Regen gibt.

"Wir glauben, dass es bei der Auseinandersetzung mit der Umweltkrise [...] um unsere Weltanschauung, unsere Identität, unsere Moralität und unsere Spiritualität geht", heißt es in der abschließenden Verpflichtung von Maputo, die von den Delegierten am Ende der Vollversammlung angenommen wurde. "Wir erklären, dass die Erhaltung der Erde eine wichtige Dimension der kirchlichen Mission ist, und wir bekennen, dass es Zeiten gegeben hat, in denen die Kirche diesem Auftrag nicht entsprochen oder, im schlimmsten Fall, gegen ihn gehandelt und gelehrt hat."

"Als Entwicklungshelfer weiß ich, wie nötig Wasser für die Entwicklung ist", sagte Augustine Mwaimu, Programmreferent der Anglikanischen Kirche von Tansania und Partner im Ökumenischen Wassernetzwerk. "Ich weiß aber auch, wie viel mehr wir tun können, nicht nur, um durstende Gemeinschaften mit Wasser zu versorgen, sondern um die Umwelt zu erhalten. Diese Vollversammlung hat mir neue Kraft gegeben, um die Herausforderungen anzugehen, vor die unsere Kirchen gestellt sind."

Das Ökumenische Wassernetzwerk ist eine Initiative christlicher Kirchen, Organisationen und Bewegungen, die sich weltweit für den Zugang der Menschen zu Wasser und für gemeinschaftsgetragene Lösungen für die Wasserkrise einsetzen. Ziel ist es, in der Wasserdebatte ein gemeinsames christliches Zeugnis zu artikulieren. Das Sekretariat des Wassernetzwerks ist im Ökumenischen Rat der Kirchen angesiedelt, der die Zusammenarbeit und gemeinsamen Aktionen der beteiligten Partner unterstützt. 

Foto-Galerie zum Thema Wasser bei der AACC-Vollversammlung

Gesamtafrikanische Kirchenkonferenz (AACC)

Ökumenisches Wassernetzwerk