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Christen verpflichten sich auf der Weltkonferenz der Völker, "Mutter Erde" zu helfen

Christen verpflichten sich auf der Weltkonferenz der Völker, "Mutter Erde" zu helfen

Über 10 000 Menschen, darunter zahlreiche Angehörige indigener Völker, nahmen an der Weltkonferenz der Völker über den Klimawandel teil. Foto: The City Project

01. Januar 2001

In einer ökumenischen Erklärung, die in der Schlusssitzung der Weltkonferenz der Völker über den Klimawandel und die Rechte von Mutter Erde vorgelegt werden wird, verweisen christliche Organisationen und Einzelpersonen auf die positive Rolle, die Religion und Spiritualität für eine harmonischere Koexistenz von Mensch und Natur spielen können.

Der bolivianische Präsident Evo Morales ist Gastgeber der Konferenz, die vom 19. bis 22. April in Cochabamba stattfindet. Medien berichteten von über 10 000 Teilnehmenden, darunter zahlreiche Vertreter und Vertreterinnen indigener Völker und von Umweltschutzgruppen.

Die Schlusssitzung wird am 22. April, dem Internationalen Tag der Mutter Erde abgehalten. Diese jährliche Veranstaltung wurde 2009 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen eingeführt, die eine unter der Federführung von Bolivien ausgearbeitete Resolution annahm.

"Der Klimawandel ist das Ergebnis einer Mentalität, die die Natur als ein Objekt der Beherrschung, Ausbeutung und Manipulation versteht und den Menschen als deren Besitzer und das Maß aller Dinge ansieht", heißt es in der ökumenischen Erklärung.

Deren Unterzeichnende "erkennen an, dass eine bestimmte Auslegung der judeo-christlichen Tradition dieser Art von Anthropozentrismus und unbarmherziger Ausbeutung der Natur Vorschub geleistet hat. Sie ist eine Fehlinterpretation der Verantwortung, 'Haushalter' und Bewahrer der Schöpfung zu sein, die der Schöpfer den Menschen anvertraut hat."

Die Erklärung ruft ferner zu einer neuen Spiritualität der respektvollen Koexistenz auf, die in einem Dialog unter den Völkern der Erde ausformuliert werden soll. Sie ist Teil des Beitrags, den eine Koalition christlicher Organisationen in die Konferenz eingebracht hat.

Der Koalition, die auch Podiumsgespräche über Religionen – speziell Christentum – und Klimawandel organisiert und neueste Veröffentlichungen zu diesem Thema vorgestellt hat, gehören der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) und seine bolivianischen Mitgliedskirchen sowie der Lateinamerikanische Rat der Kirchen (CLAI) an. Sie wird von der Ökumenischen theologischen Hochschule der Anden (ISEAT) koordiniert.

"Die Weltkonferenz der Völker bot Gelegenheit, denen zuzuhören, die vom Klimawandel am meisten betroffen sein werden", sagte Dr. Guillermo Kerber, ÖRK-Programmreferent für den Klimawandel. "Der ÖRK sieht darin ein Instrument, um einen globalen Konsensus zum Klimawandel herbeizuführen und die Perspektive von Akteuren in den Vordergrund zu stellen, denen im Verhandlungsprozess der Vereinten Nationen nicht genügend Gehör geschenkt worden ist – wie z.B. den indigenen Völkern."

Voller Wortlaut der Erklärung (auf Spanisch)

ÖRK-Arbeit zum Klimawandel