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Christliche Jugendliche bekennen sich zu Engagement für Umweltgerechtigkeit

Christliche Jugendliche bekennen sich zu Engagement für Umweltgerechtigkeit

Raimy Esperanza Ramirez Jimenez von der Presbyterianischen Kirche von Venezuela mit anderen Teilnehmenden am Workshop „Youth for Eco-Justice“.

01. Januar 2001

Von George Arende (*)

Nach einem zweiwöchigen Trainingsworkshop zu Theologie und Politik der Umweltgerechtigkeit in Durban (Südafrika) haben christliche Jugendliche aus aller Welt sich dazu verpflichtet, ihre neu gewonnenen Erkenntnisse mit Hilfe von Umweltinitiativen in ihrem eigenen Umfeld weiterzugeben.

Vom 28. November bis 10. Dezember nahmen 30 junge Menschen an dem Workshop „Jugend für Umweltgerechtigkeit“, einem gemeinsamen Projekt des Lutherischen Weltbundes (LWB) und des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), teil, um gemeinsam die Bibel zu lesen und über Umweltfragen zu diskutieren.

Die Jugendlichen wurden in advocacy-Arbeit, Kampagnenstrategien, Kommunikation und der Planung und Durchführung von Umweltprojekten geschult.

An dem Workshop nahmen anglikanische, lutherische, methodistische, orthodoxe, presbyterianische und römisch-katholische Jugendliche teil. Sie versammelten sich in Durban, während dort die 17. Konferenz der Vertragsparteien (COP17) zum Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen stattfand.

Vor ihrer Abreise aus Durban sprachen die Jugendlichen über ihre zukünftigen Pläne.

„Ich habe vor, lutherische Christen und Christinnen in Schweden in der 40-tägigen Fastenzeit zu motivieren, ihre Autos und alles, was zu einer Steigerung der Kohlendioxidemissionen beiträgt, so wenig wie möglich zu nutzen“, erklärte der 20-jährige Joakim Book Jonsson.

Er habe beschlossen, das christliche Verständnis der Fastenzeit als einer Zeit der Entsagung und des Gebets zu nutzen, um alle Christen und Christinnen aufzurufen, Gottes Willen zu gehorchen und Gottes Herrschaft den ersten Platz in ihren Herzen einzuräumen, indem sie den Ausstoß von Kohlendioxid reduzierten.

„Kohlendioxid-Fasten“, so Jonsson, stelle für Christen eine gute Möglichkeit dar, die Fastenzeit zu feiern. Er plant, Jugendliche mit Hilfe der sozialen Medien und eines Blogs einzubeziehen und zu mobilisieren.
 

Unterstützung von Minderheiten  


Viktor Liszka, 30 Jahre alt, von der Evangelisch-Lutherischen Kirche Ungarns, erklärte, er werde sein Engagement für die Förderung der künstlerischen Arbeit junger Roma fortsetzen.

Künstlerisch begabte Jugendliche, so Liszka, würden Häuser bemalen und der reichen Kultur der Roma Ausdruck verleihen. Die jungen Lutheraner und Lutheranerinnen wollten das Erbe der Roma-Gemeinschaft fördern und für den Tourismus erschließen, um so ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Mit einem Anteil von nahezu zwei Prozent an der ungarischen Bevölkerung von rund 10 Millionen Menschen stellen die Roma die größte ethnische Minderheitsgruppe im Land dar.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Ungarn unterstützt die Minderheitsgruppe in schwierigen Zeiten. „Wir teilen die Liebe Christi mit den [Roma] und in Katastrophenzeiten versorgen wir sie mit Nahrung und Medikamenten“, erklärte Liszka.

Vorbereitung auf Rio+20


Raimy Esperanza, 24 Jahre alt, von der Presbyterianischen Kirche von Venezuela, plant, die Jugendlichen in ihrer Heimat zu motivieren, sich im Vorfeld der Tagung Rio+20, die im Juni 2012 in Brasilien stattfinden wird, mehr mit Umweltanliegen zu beschäftigen.

Claire Barrett-Lennard, von der Anglikanischen Kirche von Australien, will Schulen mobilisieren, sich für Wassergerechtigkeit auf den Philippinen zu engagieren.

2008 verabschiedete die Lutherische Kirche in Korea einen Strategieplan, mit dem Ziel, die Beteiligung von Frauen und Jugendlichen auf verschiedenen Ebenen des kirchlichen Lebens zu stärken. „Wir versuchen, Menschen und Natur miteinander zu versöhnen, um Kirche und Gesellschaft zu verwandeln“, erklärte Workshop-Teilnehmerin Eun-Hae Kwon, LWB-Vizepräsidentin für die Region Asien und Mitglied des LWB-Gremiums leitender Amtsträger/innen.
 

Hoffnung für die Dalits

Jeyathilaka Prathaban von der Kirche von Südindien erklärte, seine Kirche werde an der Öko-Theologie festhalten, um der Dalit-Gemeinschaft in Indien Hoffnung zu geben.

„Das Kastenwesen nimmt den Dalits die Möglichkeit, sich frei zu bewegen, Wasser zu holen oder Vieh zu züchten“, fügte Prathaban hinzu. Er bedauere zutiefst den an den Dalits begangenen Missbrauch; ihnen werde das Land vorenthalten, das sie bräuchten, um Nahrungsmittel für ihren Eigenbedarf zu erzeugen.

Mit Hilfe des Öko-Dalit-Forums, einer Jugendgruppe, die er nach seiner Rückkehr gründen werde, „werden wir Land von den höheren Kasten zurückfordern und das Recht auf Wasser einfordern“. Ferner würden sie Ressourcenzentren auf Dorfebene einrichten, um bessere landwirtschaftliche Praktiken zu erforschen und einen Beitrag zum Schutz der Umwelt zu leisten.

Solche Initiativen an der Basis seien von entscheidender Bedeutung für die Verwandlung des Lebens, das von Umweltungerechtigkeit und anderem täglich erlittenem Unrecht geprägt sei, stellte Pastor Roger Schmidt, LWB-Jugendreferent, fest.

„Das Ergebnis der COP17 in Durban war enttäuschend und bleibt weit hinter dem zurück, was unser Planet und die Menschheit brauchen“, kommentierte er. „Aber die jungen Menschen, die an dem Programm ‚Jugend für Umweltgerechtigkeit’ teilnehmen, und ihre Kirchen lassen einen Hoffnungsschimmer aufkommen.“

Mit diesen Projekten leisteten die Kirchen einen Beitrag zur Schaffung eines globalen Konsens’ im Hinblick auf die ethische Verpflichtung, den ökologischen Herausforderungen mit konkreten Maßnahmen zu begegnen, fügte er hinzu.

Die Arbeit des ÖRK für Umweltgerechtigkeit erfolgt durch das Ökumenische Wassernetzwerk, das Projekt „Klimagerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“ und das Projekt Armut, Reichtum und Umwelt.

[723 Wörter]

(*) George Arende leitet die Kommunikationsabteilung der Kenianischen Evangelisch-Lutherischen Kirche.

„Religionsgruppen fordern Klimagerechtigkeit in Durban“ (ÖRK-Pressemitteilung vom 30. November 2011)

Weitere Informationen über das Programm „Youth for Eco-Justice“ 

ÖRK-Programm für ökologische Gerechtigkeit

Fotos in hoher Auflösung von „Youth for Eco-Justice“ in Durban erhalten Sie unter photos.oikoumene.org