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Enttäuschung über Rio+20 motiviert Jugend zu Engagement für Umweltgerechtigkeit vor Ort

Enttäuschung über Rio+20 motiviert Jugend zu Engagement für Umweltgerechtigkeit vor Ort

Der „Criatitude“-Workshop fand im Rahmen des People's Summit in Rio statt. Junge Menschen konnten sich dort über Nachhaltigkeit im Konsum und die Bewahrung der Schöpfung informieren. © Alex Reblim

01. Januar 2001

Von Susan Kim (*)

Raquel Kleber hat im Juni eine arbeitsreiche Woche auf der Konferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung, auch bekannt als Rio+20, verbracht. Die Studentin der Internationalen Angelegenheiten hob dort die Erfolge von „Criatitude“, einem landesweiten Bildungsprojekt, hervor, das lutherische Christen und alle anderen Menschen ermutigt, in der Förderung von Nachhaltigkeit und Umweltgerechtigkeit „kreative Ansätze“ zu verfolgen.

Kleber ist Mitglied der Evangelischen Kirche Lutherischen Bekenntnisses in Brasilien. Zusammen mit anderen jungen Menschen berichtete sie im Rahmen des interreligiösen Forums „Religionen für Rechte“ über das Projekt „Criatitude“.

Die Ergebnisse von Rio+20 – die nach übereinstimmender Meinung von Verfechtern ökologischer und sozialer Gerechtigkeit aus aller Welt nicht detailliert und ehrgeizig genug sind – sind für Kleber und viele andere eine große Enttäuschung. Doch Kleber nutzt ihre Erfahrungen während der Konferenz, um die Untätigkeit der Politik als Ansporn für ein Engagement auf lokaler Ebene zu nutzen.

„Ja, Rio+20 war eine Enttäuschung“, sagt sie. „Aber die 40 jungen Menschen von Criatitude haben die Hoffnung und die Macht, etwas zu bewegen und die Zukunft wirklich so zu gestalten, wie wir sie uns vorstellen. Sie sind Feuer Flamme, Projekte zu ökologischer Gerechtigkeit auf lokaler Ebene umzusetzen.“

Kleber ist zu einer Wegbereiterin für ihre Gleichgesinnten geworden und ist ständig bemüht, ihr Wissen auszubauen. Im Vorfeld von Rio+20 hat sie im Mai an der virtuellen Konferenz „ökologisch&gerecht“ des Lutherischen Weltbundes (LWB) teilgenommen. Während dieser Konferenz konnten Vorträge von Referenten live im Internet verfolgt werden und die Teilnehmenden konnten im Chat Fragen stellen.

Auch kann Kleber auf das Wissen aufbauen, das sie während des 2011 gemeinsam vom Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) und dem LWB organisierten Workshops „Jugend für Umweltgerechtigkeit“ erlangte. Am Ende des zweiwöchigen Workshops zu Theologie und Politik der ökologischen Gerechtigkeit war Kleber eine der christlichen Jugendlichen, die sich dazu verpflichteten, ihre neu gewonnenen Erkenntnisse in ihrem eigenen Kontext weiterzugeben.

„Der von ÖRK und LWB angebotenen Kapazitätsaufbau war für die Umsetzung dieses Projektes von entscheidender Bedeutung“, so Kleber.

Die Arbeit des ÖRK zum Thema ökologische Gerechtigkeit wird vom Ökumenischen Wassernetzwerk, einem Projekt zum Thema Bewahrung der Schöpfung und Umweltgerechtigkeit sowie einem Projekt zum Thema Armut, Reichtum und Umwelt konkret umgesetzt.


Bilder zu Wassergerechtigkeit

Auch Marcelo Leites, Regionalsekretär des Christlichen Studentenweltbundes für Lateinamerika und die Karibik, setzt sich mit lokalen Projekten für ökologische Gerechtigkeit ein.

Leites engagiert sich in breit angelegten langfristigen Projekten, die darauf abzielen, die ökumenische Bewegung, die Führungsrolle der Jugend und die zivilgesellschaftlichen Organisationen in Lateinamerika in ihrer Arbeit zu Themen der ökologischen Gerechtigkeit zu unterstützen. Im Rahmen von Rio+20 präsentierte er eine Fotoausstellung mit dem Titel Accion Creacion, die faszinierende Bilder zum Thema Wassergerechtigkeit zeigte.

„Die Ausstellung hebt lokale Probleme hervor, indem sie die Geschichten von Gemeinschaften erzählt, die Tag für Tag mit den Folgen der Wasserungerechtigkeit zu kämpfen haben“, so Leites.

Die Ausstellung wird nun auch in Argentinien, Bolivien, Ecuador, Kolumbien, Paraguay, Peru und Brasilien gezeigt. „Wir bieten einen Raum, durch den sich die Zivilgesellschaft genau wie hunderte Jugendliche, die auf diese Weise die Probleme ihrer Gemeinschaften mit Blick auf Wassergerechtigkeit dargestellt haben, an Kunst- und Advocacy-Initiativen beteiligen kann,“ erklärt Leites.

Leites nahm 2011 ebenfalls an dem Workshop „Jugend für Umweltgerechtigkeit“ teil und sagt, dass die Erfahrungen während dieses Workshops ein Wendepunkt in seinem Leben waren, da er auf sie aufbauend den Rahmen seines eigenen Engagements für ökologische Gerechtigkeit entwarf.

„Die Denkanstöße, die ich von ÖRK und LWB bekam, waren sehr inspirierend“, so Leites. „Außerdem habe ich gelernt, die Prozesse von Anfang an effektiv zu planen. Meine Erfahrungen während dieses Workshops beeinflussen auch heute noch meine Arbeit auf lokaler Ebene.“

[581 Wörter]

Dieser Featureartikel ist Teil einer Reihe von Artikeln, die über Initiativen informieren sollen, die Teilnehmende des Workshops „Jugend für Umweltgerechtigkeit“ im Anschluss an den Workshop als weiterführende Maßnahmen ins Leben gerufen haben.

(*) Susan Kim ist freischaffende Autorin aus Laurel (Maryland/USA).

Lesen Sie auch:

„Youth has a stake in the issue of climate change“ (in englischer Sprache, ÖRK-Featureartikel vom 1. Mai 2012)

„Christliche Jugendliche bekennen sich zu Engagement für Umweltgerechtigkeit“ (ÖRK-Featureartikel vom 14. Dezember 2011)

Der LWB und „Jugend für Umweltgerechtigkeit“ (in englischer Sprache)

Weitere Informationen zur Arbeit des ÖRK zum Thema ökologische Gerechtigkeit