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Erklärung auf Weltwasserforum bleibt hinter internationalem Konsens zurück, kritisiert ÖWN

Erklärung auf Weltwasserforum bleibt hinter internationalem Konsens zurück, kritisiert ÖWN

Wasser ist ein Menschenrecht, unterstreichen die Kritiker der Abschlussdeklaration des Weltwasserforums. Foto: Paul Jeffrey/ACT International

01. Januar 2001

Regierungen und Vertreter von Zivilgesellschaft und christlichen Organisationen haben ihre Enttäuschung darüber zum Ausdruck gebracht, dass die Abschlussdeklaration des Weltwasserforums in Istanbul keine Bekräftigung des Menschrechts auf Wasser enthält.

"Es ist schwer verständlich, dass das Forum einen solchen Text hervorgebracht hat, während der Konsens der internationalen Gemeinschaft schon viel weiter fortgeschritten ist," kommentiert Michael Windfuhr, der Leiter des Teams Menschenrechte von Brot für die Welt.

Auf dem Forum, das am 22. März, dem Weltwassertag, zu Ende ging, forderten Vertreter von Regierungen und Zivilgesellschaft wiederholt, dass die ministerielle Abschlussdeklaration das Grundrecht auf Wasser bekräftigen solle. Nichtsdestotrotz spricht die zu Ende der Konferenz angenommene Erklärung von Wasser lediglich als einem menschlichen Grundbedürfnis.

Viele Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen haben die Existenz des Menschenrechts auf Wasser bereits in Erklärungen, Konferenzen und nationaler Gesetzgebung anerkannt," unterstreicht Windfuhr, der zugleich Vorsitzender der Steuerungsgruppe des Ökumenischen Wassernetzwerks (ÖWN) ist. Erst 2008 nahmen die Mitglieder des UN-Menschenrechtsrats einstimmig eine Resolution an, die anerkannte, dass "Menschenrechtsverpflichtungen in Bezug auf Trinkwasser- und Sanitärversorgung" bestehen.

"Die Relevanz der Abschlussdeklaration ist auch deshalb fragwürdig, weil der Prozess, der zu der ministeriellen Erklärung beim Weltwasserforum führte, nicht so transparent ist, wie er das im Rahmen der Vereinten Nationen gewesen wäre," so Windfuhr weiter. "Diskussionen und Entscheidungen über die Zukunft von verantwortlichem Wassermanagement sollten daher besser im Kontext der Vereinten Nationen stattfinden, um größere Transparenz und gleiche Teilhabe am Prozess für die verschiedenen Regierungen und andere Akteure sicherzustellen."

Auch mehrere Regierungen zeigten sich mit der ministeriellen Erklärung nicht einverstanden. In einer alternativen Erklärung, die nach Angaben des Child Rights Information Network (CRIN) von Bolivien, Uruguay, Spanien, Guatemala, Ecuador, Kuba und Chile angenommen und von Bangladesh, Benin, Tschad, Äthiopien, Honduras, Marokko, Namibia, Niger, Panama, Venezuela, Sri Lanka, der Schweiz und Südafrika unterstützt wurde, erkennen diese Länder an, dass der Zugang zu Wasser und Sanitärversorgung ein Menschenrecht ist, und verpflichten sich, alle notwendigen Schritte zur Implementierung dieses Rechts zu unternehmen.

Kirchen und christliche Organisationen haben das Ökumenische Wassernetzwerk gebildet um weltweit das Bewusstsein für die globale Wasserkrise, die ungerechte Verteilung des Wasserzugangs und die Bedürfnisse der betroffenen Gemeinschaften zu verbessern. Ein Beispiel ist die Aktion "Sieben Wochen im Zeichen des Wassers", während der das ÖWN wöchentliche Mediationen für die Zeit vor Ostern zur Verfügung stellt.

Mehr über die ÖWN-Aktivitäten auf dem Weltwasserforum

Sieben Wochen im Zeichen des Wassers - Passionsmeditationen über Wasser und Gerechtigkeit