Ecumenical Water Network

Das ÖWN ist ein Netzwerk christlicher Organisationen und Kirchen, das für sauberes Wasser für alle Menschen eintritt

Sie sind hier: Startseite / Was wir tun / News und Events / Erklärung zu Öko-Gerechtigkeit und ökologischer Schuld

Erklärung zu Öko-Gerechtigkeit und ökologischer Schuld

Erklärung zu Öko-Gerechtigkeit und ökologischer Schuld

Die pastorale Arbeit in unseren Kirchen muss radikal ökologisch ausgerichtet sein," betonte ÖRK-Präsidentin Ofelia Ortega.

01. Januar 2001

Der Zentralausschuss des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) hat am Mittwoch, 2. September, eine "Erklärung zu Öko-Gerechtigkeit und ökologischer Schuld" beschlossen.

Die Erklärung geht davon aus, dass Christen eine große moralische Verpflichtung haben, sich für ökologische Gerechtigkeit einzusetzen, und die Schuld an den Völkern, die am stärksten unter ökologischer Zerstörung leiden, aber auch die Schuld an der Welt als Ganze in den Blick zu nehmen. Die ökologische Schuld, so die Erklärung, schließe harte wirtschaftliche Fakten ebenso ein wie biblische, geistliche, kulturelle und soziale Dimensionen von Schuld.

Die Erklärung spricht von einer beispiellosen, vom Menschen verursachten ökologischen Krise. Als Hauptschuldige werden der agro-industrielle Komplex und die Kultur des globalen Nordens benannt, mit ihrer vom Konsumdenken geprägten Lebensweise und der Überzeugung, dass Entwicklung gleichbedeutend sei mit der Ausbeutung der so genannten "natürlichen Ressourcen" der Erde. Die Kirchen sind aufgerufen, sich mit ihrer prophetischen Stimme einer Degradierung der Schöpfung zu bloßen "natürlichen Ressourcen" entgegenzustellen.

Weiter weist die Erklärung darauf hin, dass es sich vor allem um eine Schuld handle, die die Industrieländer des Nordens gegenüber den Ländern des Südens tragen im Zusammenhang mit der früheren und gegenwärtigen Plünderung der Ressourcen, der Umweltzerstörung, dem Ausstoß von Treibhausgasen sowie der Verklappung von Giftmüll.

In ihrem Aufruf zum Handeln fordert die Erklärung die ÖRK-Mitgliedskirchen auf, dahingehend auf ihre Regierungen einzuwirken, dass eine faire und verbindliche Vereinbarung im Dezember 2009 bei der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen erreicht wird. Ziel soll sein, den CO2-Anteil auf weniger als 350 ppm zu reduzieren.

Die Erklärung ruft die internationale Gemeinschaft auf, den Transfer finanzieller Mittel an die Länder des Südens sicher zu stellen, um Erdöl in empfindlichen Regionen im Boden zu belassen. Weiter fordert die Erklärung die Streichung der rechtswidrigen Auslandsschulden der Länder des Südens, insbesondere für die ärmsten Länder, als Teil einer sozialen und ökologischen Wiedergutmachung.

In einer Anhörung zur "Ökologischen Schuld" im Rahmen der Tagung des Zentralausschusses des Ökumenischen Rats der Kirchen am 31. August berichtete Dr. Maria Sumire Conde von dem peruanischen Volk der Quechua über die unterschiedlichen Formen, wie die südliche Hemisphäre in der Vergangenheit Opfer von Gier und ungerechter Ausbeutung ihrer natürlichen Ressourcen wurde. Gerade in Peru, so Sumire, habe der Bergbau besonders zerstörerische Folgewirkungen hervorgerufen, darunter Zwangsumsiedlung, Krankheiten, Wasserverschmutzung und Artensterben.

Das Konzept der ökologischen Schuld wurde entwickelt, um die wahren Kosten von Expansionspolitik und Globalisierung für die Entwicklungsländer einschätzen zu können. Einige Stimmen fordern, dass die Industrienationen diese Schuld zurückzahlen sollten.

Dr. Joan Martinez Alier, Professor an der Universität Barcelona, betonte, dass Klimawandel, unausgewogenen Handelsbeziehungen, "Bio-Piraterie", Export von Giftmüll und andere Faktoren zu dem Ungleichgewicht beigetragen hätten, das er als "eine Art Krieg gegen Menschen überall auf der Welt, als Form von Aggression" bezeichnete. "Ich weiß, das sind starke Worte, aber es ist wahr" bekräftigte Martinez. Die Anwesenden rief er auf, zumindest nicht noch zu einer weiteren Ausweitung der ökologischen Schuld beizutragen.

Nach den Worten von Dr. Ofelia Ortega aus Kuba, Präsidentin des ÖRK in Lateinamerika, sei dies nicht nur eine moralische, sondern auch eine geistliche Frage. Von der ersten bis zur letzten Seite sei die Bibel "eine Abhandlung über Ökologie", sagte Ortega. Die Sorge für die Schöpfung bezeichnete sie als eine "Achse" des Wortes Gottes. "Die pastorale Arbeit in unseren Kirchen muss radikal ökologisch ausgerichtet sein," betonte sie.

Vollständiger Text der Erklärung

Weitere Informationen über die Anhörung zu ökologischer Schuld am 31. August (auf Englisch)

Der ÖRK zum Klimawandel

ÖRK Programme zu Armut, Reichtum und Ökologie

Weitere Informationen über die Tagung des Zentralausschusses vom 26. August – 2. September