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„Eins ist klar: Glaubensgemeinschaften können der Motor für Veränderungen sein“

„Eins ist klar: Glaubensgemeinschaften können der Motor für Veränderungen sein“

© Albin Hillert/ÖRK

31. August 2017

Von Albin Hillert*

Auf der Weltwasserwoche in Stockholm (Schweden) diskutierten am 30. August Vertreter/innen verschiedener Glaubensgemeinschaften und Organisationen, die sich zum Thema Wasser engagieren, über die Frage, wie Glaubensgemeinschaften zur Erreichung des sechsten nachhaltigen Entwicklungsziels (SDG) beitragen können: Sicherstellung der Verfügbarkeit und der nachhaltigen Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle Menschen.

Die Veranstaltung mit dem Titel „Wasser und Glaube: Partnerschaften zur Erreichung der SDG aufbauen“ war die zweite dieser Art zum Thema Glaube und Wasser auf der jährlichen Weltwasserwoche. Es wurden viele gute Beispiele präsentiert, wie Glaubensgemeinschaften die SDG im Bereich Wasser und Sanitärversorgung vorantreiben. Außerdem wurde betont, wie wichtig es sei, innerhalb der Kirchen, auf ökumenischer Ebene und auch mit anderen Religionsgemeinschaften und Wasseraktivisten zusammenzuarbeiten.

Zur Rolle kirchlichen Engagements zur Erreichung der SDG sagte Pastor Henrik Grape von der Kirche von Schweden, Koordinator der Arbeitsgruppe zum Klimawandel des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK): „Früher haben wir manchmal geglaubt, dass uns in vielen Klima- und Wasserfragen am Ende die Technologie retten wird. Aber heute erkennen wir, dass es trotz einiger vielversprechender Entwicklungen im Bereich Technologie und umweltfreundliche Lösungen auch wertebasierte Organisationen und Gemeinschaften braucht, die als Motor agieren, damit wir unser Verhalten und unsere Gewohnheiten ändern.“

„Eine Sache ist mir über die Jahre klar geworden“, fügte Peter Weiderud, der Direktor des Schwedischen Instituts Alexandria, hinzu. „Wir haben die Tendenz, religiöse Führungspersonen und Glaubensgemeinschaften als etwas Konstantes, Festes, Unveränderliches zu betrachten. Ich denke, wir sollten das Gegenteil tun. Wenn wir die Wasserproblematik auf die richtige Art thematisieren, können religiöse Gemeinschaften in zahlreichen Kontexten eine unschätzbare Ressource für einen Wandel sein.“

Das Wassermotiv spielt in vielen Weltreligionen eine Rolle, und religiöse Führungspersonen müssen selten von der Bedeutung und Heiligkeit des Wassers als Quelle des Lebens überzeugt werden, so der Konsens auf der Veranstaltung. Stattdessen sollten die zahlreichen konkreten Wasserprojekte stärker unterstützt werden, die Glaubensgemeinschaften in der ganzen Welt bereits betreiben.

Als Vertreterin der Hindus sagte Kiran Bali von der United Religions Initiative: „Für uns ist es nicht wichtig, ob Sie einer bestimmten Religion oder indigenen Tradition anhängen. Wir haben uns entschlossen, bestehende religiöse Rituale zu erforschen und zu überlegen, wie wir sie umweltfreundlicher machen können.“

„Es gibt so viele Beispiele, wie Glaubensgemeinschaften auf der Basisebene zusammenarbeiten, um Wasser zu sparen, zu erhalten oder zu klären, und ich finde, es ist wichtig, dass wir als Gemeinschaften erneut über unsere bestehenden religiösen Praktiken nachdenken“, schloss Bali.

Nachhaltige Partnerschaften für die Zukunft

„Ich freue mich sehr über das, was wir auf der diesjährigen Weltwasserwoche erreicht haben“, sagte Dinesh Suna, der Koordinator des Ökumenischen Wassernetzwerkes des ÖRK (EWN). „Für die Zukunft suchen wir nun nach nachhaltigen Partnerschaften und Beziehungen zu Wasserthemen. Ein Schritt in diese Richtung ist die anstehende Veröffentlichung eines evidenzbasierten Forschungsberichts, der zeigt, was Glaubensgemeinschaften tatsächlich in Sachen Wasser und Sanitärversorgung zur Erreichung des nachhaltigen Entwicklungsziels Nummer sechs unternehmen.“

Pastor Grape fügte hinzu: „Als wir letztes Jahr zum ersten Mal im Rahmen der Weltwasserwoche Glaubensgemeinschaften in Kontakt mit den Wasser-Aktivisten brachten, hatte ich befürchtet, dass es bei einer einmaligen Aktion bleiben würde, bei der zwar wichtige Personen erscheinen, die aber ohne Folgen bleibt. Deswegen freut es mich besonders, was wir hier darauf aufbauend besprochen haben, und ich schätze die Aussicht auf eine dritte Runde im nächsten Jahr.“

„Die heutige Sitzung war sehr ermutigend“, meinte Dr. Asa Elfström von der Kirche von Schweden, ein Gründungsmitglied des ÖRK-EWN, „denn sie hat gezeigt, dass religiös motiviertes Engagement in Wasserfragen schon seit über zehn Jahren stattfindet und sich inzwischen auch auf internationaler Ebene organisiert.“

Pastor Adam Russell Taylor, Vertreter der Faith-Based Initiative der Weltbankgruppe, kam zu dem Fazit: „Im Kontext der Sicherung von Wasser für alle und der SDG ist klar, dass wir die jeweiligen Vorteile und Ressourcen nutzen müssen, die jedem von uns gegeben sind. Und aus der Perspektive der Weltbankgruppe lautet die Frage nicht länger, ob wir mit Glaubensgemeinschaften für die Entwicklung zusammenarbeiten sollten, sondern wie wir das am besten gestalten können.“

Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Ökumenischen Wassernetzwerk des ÖRK, der Kirche von Schweden, Global Water Partnership, dem Internationalen Wasserinstitut in Stockholm und dem Schwedischen Institut Alexandria organisiert.

Hier können Sie gratis Fotos von der Veranstaltung in hoher Auflösung herunterladen

ÖRK organisiert Veranstaltung auf Weltwasserwoche in Stockholm (ÖRK-Pressemitteilung vom 25. August 2017, nur auf Englisch)

Weltwasserwoche: Religion soll wichtige Rolle für nachhaltige Entwicklungsziele spielen (ÖRK-Pressemitteilung vom 31. August 2016)

Weltwasserwoche in Stockholm (auf Englisch)

*Albin Hillert ist Mitarbeiter der Kommunikationsabteilung des Ökumenischen Rates der Kirchen