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Durst in Palästina und Gerechtigkeit sind nicht voneinander zu trennen, sagt Bischof Younan

Durst in Palästina und Gerechtigkeit sind nicht voneinander zu trennen, sagt Bischof Younan

© Peter Kenny/ÖRK

Apr 05, 2016

Wenn der palästinensische Bischof Munib Younan über den Durst in seinem Land spricht, sieht er einen direkten Zusammenhang mit der Suche nach Gerechtigkeit sowohl in Palästina als auch in Israel.

„Die Wasserkrise in Palästina kann nicht überwunden werden, solange wir keine Gerechtigkeit in diesem Land haben. In meiner Gemeinschaft sind Wasser und Gerechtigkeit zwei Seiten einer Medaille“, sagt Younan, Bischof der Evangelisch-Lutherische Kirche in Jordanien und im Heiligen Land.

Die Kampagne Sieben Wochen im Zeichen des Wassers 2016 hat für ihn eine besondere Bedeutung, da es dieses Jahr in erster Linie um einen Pilgerweg der Wassergerechtigkeit  im Nahen Osten geht und es dabei besonders um die Situation in Palästina geht.

Bischof Younan weist darauf hin, dass die israelische Besetzung palästinensischer Gebiete der Grund für bestehenden Ungerechtigkeiten ist, denn die israelischen und palästinensischen Gemeinschaften haben einen völlig unterschiedlichen Zugang zu Wasserrressourcen.

Der Schlüssel zur Beendigung der Wasserkrise in Palästina ist die Beendigung der israelischen Besetzung und die Durchsetzung einer Zweistaatenlösung, bei der die beiden Völker im Land Seite an Seite in Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung miteinander leben.

Nach Aussage des Bischofs wird auch international immer nachdrücklicher eine Lösung der Krise gefordert, da sich die Situation in Ländern wie Syrien und Irak immer weiter zuspitzt.

Younan arbeitet u.a. in Ostjerusalem und verfügt über langjährige Erfahrungen im interreligiösen Dialog sowohl mit Israelis als auch Palästinensern.

„Wie respektieren die Juden und das jüdische Volk, aber wir fordern ein Ende der Besetzung“, sagt er.

Seiner Meinung nach ist die Suche nach Gerechtigkeit im vitalen Interesse beider Völker. Der Bischof wünscht sich mehr Investitionen in Palästina und mehr Tourismusreisende, die während ihres Besuchs im Heiligen Land in Westjordanien bleiben und dort für mehr Wirtschaftswachstum sorgen.

Gleichzeitig ist sich Younan jedoch der wachsenden Spannung aufgrund der ständig zunehmenden Gewalt auf israelischer und palästinensischer Seite bewusst.

„Es gibt enttäuschte Erwartungen auf beiden Seiten. Die Menschen fragen sich, ob sie immer mehr Extremismus und Gewalt in unserer Region erleben müssen.“

„Das Problem zwischen Israelis und Palästinensern ist das eigentliche Problem des Nahen Ostens. Wird dieser Konflikt befriedet, lösen sich viele andere Probleme von selbst“, sagt Bischof Younan.

Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens: www.oikoumene.org/pilgerweg

Sieben Wochen im Zeichen des Wassers: www.oikoumene.org/7-wochen-fuer-wasser