Ecumenical Water Network

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Wasser ist mächtig im Netzwerk des Lebens; es ist nicht Eigentum des Menschen, sagt renommierter Theologe

Wasser ist mächtig im Netzwerk des Lebens; es ist nicht Eigentum des Menschen, sagt renommierter Theologe

Fernando Enns in Jerusalem © ÖRK/Peter Kenny

Feb 24, 2016

Wenn sich Fernando Enns mit dem Thema Wasser im deutschen Kontext beschäftigt, muss er an die Abertausenden von Flüchtlingen denken, die vor dem Krieg in Syrien nach Deutschland geflohen sind.

„Beim Umgang mit diesen Flüchtlingen wird einem klar, welche übermächtige Rolle Wasser auf ihrer Überfahrt zu den Küsten Europas gespielt hat, wo wir sie willkommen heißen sollten“, sagt Professor Enns, Direktor der Arbeitsstelle Theologie der Friedenskirchen an der Universität Hamburg.

Die Macht, die Wasser über diese Menschen hat, die vor Konflikten und Gefahren fliehen, bringt neue Gefahren mit sich, mit denen Flüchtlinge auf ihrem Weg über Griechenland Richtung Norden häufig konfrontiert sind.

Die Gewalt des Wassers zeigt sich in dem tragischen Schicksal von Aylan Kurdi, einem drei Jahre alten Jungen aus Syrien, der 2015 bei der Überfahrt von der Türkei nach Griechenland ertrank, so Enns.

Er erklärt weiter: „Die Flüchtlinge nehmen den einzigen Weg, der noch frei ist, um vor den kriegerischen Auseinandersetzungen und der Hoffnungslosigkeit in ihrem Land an einen Ort zu fliehen, wo sie eine Perspektive für ein besseres Leben haben.“

„Die Gefahren, denen sie auf stürmischer See ausgesetzt sind, verdeutlichen die Macht des Wassers“, so der mennonitische Theologe, der in Brasilien geboren ist und im Alter von 10 Jahren nach Deutschland kam.

Im Jahr 2016 wurden die jährlich stattfindenden Sieben Wochen im Zeichen des Wassers, die das Ökumenische Wassernetzwerk (ÖWN) des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) organisiert, wie gewohnt zu Beginn der Fastenzeit eingeläutet.

Die Kampagne ist eng mit dem ÖRK-Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens verknüpft. Im Jahr 2016 liegt der regionale Schwerpunkt auf dem Nahen Osten, speziell auf Palästina.

Als Mitglied des ÖRK-Zentralausschusses und stellvertretender Leiter der ÖRK-Referenzgruppe zum Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens sagte Enns, dass Flüchtlinge, die auf dem Seeweg flüchteten – häufig in maroden Booten – eine Bedrohung hinter sich ließen und auf ihrem Weg in eine bessere Zukunft einer neuen gegenüberstünden.

„Die Welt muss lernen, mit Wasser richtig umzugehen, denn es gehört uns nicht. Wasser ist Teil des Lebensgefüges“, so der Theologe der Friedenskirchen-Arbeitsstelle.

Er merkt an: „Der Machtmissbrauch im Zusammenhang mit Wasser zum Zweck der Diskriminierung von Menschen – wie im Fall der besetzten Gebiete Palästinas – ist Sünde!”

Diese Ambivalenz der Menschen bei der Verteilung von Wasser fordert die Menschheit heraus zu lernen, die natürlichen Ressourcen nachhaltig zu nutzen, stellt Enns fest. Wasser ist ein Geschenk Gottes, das allen zugute kommt und wir sind aufgerufen, damit verantwortungsbewusst umzugehen.

Sieben Wochen im Zeichen des Wassers: www.oikoumene.org/7-wochen-fuer-wasser

Der Pilgerweg der Gerechtigkeit interpretiert anhand der Seligpreisungen bei Matthäus (Mt 5,3-12)

Lebendiges Wasser – nicht in Palästina. Eine Kairos-Perspektive

Und wir dürsten noch immer nach Wasser!

Der Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens: www.oikoumene.org/pilgerweg