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Wasserbelastung in Flint schürt die Debatte über ungerechte Ressourcenverteilung in den USA

Wasserbelastung in Flint schürt die Debatte über ungerechte Ressourcenverteilung in den USA

Pfarrerin Dr. Susan Henry-Crowe. Dieses Photo wurde in Beit Jala nahe bei Bethlehem aufgenommen. © ÖRK/Peter Kenny

03. März 2016

Die Vereinigten Staaten werden auch als die größte Volkswirtschaft der Erde bezeichnet.

Dass in diesem Land jedoch trotz dieses Beinamens Ressourcen nicht immer auf gerechte Weise der Bevölkerung zur Verfügung stehen, bereitet Pfarrerin Dr. Susan Henry-Crowe große Sorgen.

„In den Vereinigten Staaten schlägt das Thema Wasser immer höhere Wogen. Gegenwärtig sind die Lösungsansätze noch sehr unklar. Vor zwei Jahren gab es in West Virginia ein ähnliches Problem, das erst nach Wochen und Monaten gelöst werden konnte“, erzählt sie.

Henry-Crowe ist Generalsekretärin des in Washington D.C. angesiedelten Allgemeinen Rats für Kirche und Gesellschaft (General Board of Church & Society, GBCS) der Evangelisch-Methodistischen Kirche. Zu ihrer Arbeit gehört der Einsatz für die gerechte und faire Nutzung der von Gott auf der Erde bereitgestellten Ressourcen.

In einem Gespräch in Beit Jala nahe bei Bethlehem im Heiligen Land gab sie zu bedenken, dass Besitz und Zugang zu Wasserressourcen inzwischen auch in den USA zu einem Problem geworden sind.

Etwa 106 km (66 Meilen) nordwestlich von Detroit am Fluss Flint liegt eine gleichnamige Stadt, in der sich die Diskussion über die Nutzung des städtischen Wassers um Armut und Rassenfragen dreht.

„Nachdem Flint (Michigan) sein Wasser nicht mehr aus Detroit sondern direkt aus dem Fluss Flint bezog, stellten die Anwohner eine Verschlechterung der Wasserqualität fest“, schrieb Jayde Lovell im Scientific American vom 2. März.

Seit April 2014 bezieht Flint sein Wasser nicht mehr über Detroit aus dem See Huron sondern direkt aus dem Fluss Flint.

Verschlimmert wurde das Problem dadurch, dass keine Antikorrosionsmaßnahmen getroffen wurden. Laut zwei unabhängigen Studien kam es durch das verunreinigte Wasser bei der örtlichen Bevölkerung zu Bleivergiftungen.

„Forscher vermuten, dass in Flint etwa 4 % aller Kinder unter fünf Jahren erhöhte Bleiwerte im Blut haben – das ist mehr als doppelt so viel als bevor das Wasser aus dem Fluss kam“, schrieb Lovell.

Mit einer Gemeinschaft von 100 000 Menschen, davon viele Arme und Angehörige von Minderheiten, die nun das Leitungswasser nicht mehr trinken können, ist Flint „eine der schlimmsten mir bekannten Katastrophen in Sachen Klimagerechtigkeit“, erklärt Paul Mohai, der an der Universität von Michigan das Thema Klimagerechtigkeit studiert hat.

Die Diskussion über den gerechten Zugang zum Wasser und Flint geht weiter.

Auf ihrer Website schreibt Henry-Crowe in einem Artikel über Schwarze Geschichte und die Passionszeit: „In der Fastenzeit schenkt uns die Kirche Zeit für Gebet und Reflexion über das neue Leben, das Gott uns verheißt“.

Sie fragt: „Welche Winkel unseres Herzens brauchen Läuterung und Wiedergeburt? Wie sieht das neue Leben aus, das uns aufruft, in unserer Gemeinde und Gemeinschaft als Zeugen wirtschaftlicher und ethnischer Gerechtigkeit aufzutreten?“

Sieben Wochen im Zeichen des Wassers: www.oikoumene.org/7-wochen-fuer-wasser

Der Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens: www.oikoumene.org/pilgerweg