Ecumenical Water Network

Das ÖWN ist ein Netzwerk christlicher Organisationen und Kirchen, das für sauberes Wasser für alle Menschen eintritt

Sie sind hier: Startseite / Was wir tun / News und Events / ÖRK-Nachrichten / Weltsozialforum sät Saat der Hoffnung im globalen Norden

Weltsozialforum sät Saat der Hoffnung im globalen Norden

17. August 2016

Eine Delegation des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) nahm am 12. Weltsozialforum (WSF) in Montreal (Kanada) teil, das am 14. August zu Ende ging. Über 30 000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der ganzen Welt kamen zusammen, um aus ihrer jeweiligen lokalen Perspektive über globale Fragen zu sprechen, sich mit anderen zu vernetzen, die an ähnlichen Problemen arbeiten, und gemeinsam neue Initiativen zu starten und einen progressiven Weg in die Zukunft zu finden. Handel, Klimawandel, sauberes Wasser, sauberer Strom, Umweltgerechtigkeit, Landreform und Agrarökologie, neue Medien, soziale Finanzierung, Beendigung zerstörerischer Rohstoffgewinnung und Entmilitarisierung waren einige der vielfältigen Themen, die in über 1200 Workshops diskutiert wurden.

Viele Workshops wurden von Oikotree organisiert. Außerdem war Brot für die Welt ein Sponsor des diesjährigen WSF. Die Vereinigte Kirche von Kanada organisierte und unterstützte ebenfalls mehrere Workshops und Seminare.

Das Globale Forum zu Theologie und Befreiung, das parallel stattfand, wurde von ökumenischen Organisationen in Montreal organisiert.

Am 9. August fand den ganzen Tag eine Sitzung zum Thema Wassergerechtigkeit statt, die von kanadischen Gewerkschaften im öffentlichen Dienst und vom Council of Canadians gefördert wurde – eine Basisgruppe im Bereich Umwelt und soziale Gerechtigkeit. In den darauf folgenden drei Tagen gab es zahlreiche Workshops zur Thematik Wassergerechtigkeit: von Fracking über Teersandförderung und Bergbau bis zum Menschenrecht auf Wasser.

Die Unterdrückung und das Leid von Christen und anderen Gruppen in den von Israel besetzten palästinensischen Gebieten wurde in mehreren Workshops der Vereinigten Kirche von Kanada und der Presbyterianischen Kirche der USA thematisiert. Die Teilnehmenden diskutierten über die BDS-Bewegung, die einen Boykott, Kapitalabzug und Sanktionen befürwortet, um die israelische Besatzung und Unterdrückung zu beenden.

Demonstranten der Jewish Defense League unterbrachen diese Workshops und bezeichneten sie als antisemitisch. In einem anderen Fall zog die kanadische Regierung ihre Unterstützung für das WSF wegen einer umstrittenen Karikatur mit angeblich antisemitischem Tenor zurück.

In einem der Workshops zu Palästina erkannten die Teilnehmenden den Beitrag der ÖRK-Kampagne „Sieben Wochen im Zeichen des Wassers 2016“ in der Fastenzeit an, die über die palästinensische Wasser-Problematik informierte. Das Ökumenische Wassernetzwerk, die ÖRK-Initiative für Wassergerechtigkeit, bekräftigte, es werde sich auch in Zukunft für die palästinensische Bevölkerung einsetzen, der das Menschenrecht auf Wasser und sanitäre Versorgung durch das israelische Vorgehen im Westjordanland und im Gaza-Streifen vorenthalten werde.

Da das WSF zum ersten Mal im globalen Norden stattfand, kamen weit weniger Besucherinnen und Besucher als sonst – teilweise lag dies auch an der Verzögerung bzw. Verweigerung zahlreicher Visa für Teilnehmende aus dem globalen Süden durch die kanadischen Behörden, wovon auch einige ÖRK-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen waren. Auch wenn es noch keine abschließende Statistik gibt, gehen die WSF-Organisatoren davon aus, dass über die Hälfte der erwarteten Delegierten kein Visum für Kanada erhalten haben, von denen die Mehrheit aus dem globalen Süden kommt. Allerdings ermöglichte es der Veranstaltungsort dem Forum, weltweit Aufmerksamkeit auf die Probleme vor Ort zu lenken, von denen die Kanadier und indigene Völker betroffen sind: die Verhinderung der Gewinnung und des Transports von Schiefergas und Teersand, die zum Klimawandel beitragen.

Athena Peralta und Dinesh Suna, ÖRK-Programmreferenten für wirtschaftliche und ökologische Gerechtigkeit, nahmen am Forum teil und besuchten dabei auch ÖRK-Mitgliedskirchen und Organisationen in Kanada.

Ökumenisches Wassernetzwerk

Weltsozialforum