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Ökumenische Wasserkonsultation: Hoffnung für Asien

Ökumenische Wasserkonsultation: Hoffnung für Asien

Fr Rex Reyes, der Generalsekretär des Nationalen Kirchenrates auf den Philippinen spricht bei der Abschlussveranstaltung der ÖWN-Asienkonsultation. Foto: Karlo Suarez/ÖWN

01. Januar 2001

Von Maurice Malanes (*)

Experten/innen, Aktivisten/innen und Kirchenvertreter/innen, die zur Asien-Konsultation des Ökumenischen Wassernetzwerks zusammengekommen waren, diskutierten darüber, was es bedeutet, als Christen und Christinnen Zeugnis für Wassergerechtigkeit abzulegen.

Ferner besuchten sie drei Gemeinschaften vor Ort und tauschten Erfahrungen über lokale Initiativen und Fürsprachearbeit zum Recht auf sauberes Wasser und sanitäre Grundversorgung aus. 

Mehr als 40 Teilnehmende aus verschiedenen Kirchen, religiösen und säkularen Organisationen aus 12 asiatischen Ländern versammelten sich vom 28. November bis 3. Dezember im philippinischen Quezon City, um „Strategien für das Engagement in der Frage des Rechts von Gemeinschaften auf Wasser und sanitäre Grundversorgung in Asien zu formulieren“.

Sie diskutierten unterschiedliche Formen von Aktionen und verpflichteten sich, diese in ihren eigenen Ländern und Gemeinschaften zu verfolgen. Die Teilnehmenden bekräftigten insbesondere den menschenrechtsbasierten Ansatz, um den Zugang schutzloser und armer Gemeinschaften zu Wasser und eine gerechte Verteilung der Wasservorräte sicherzustellen. Ganz oben auf der Liste der 19 Selbstverpflichtungen, die sie auf der Konferenz eingingen, stand das Versprechen, „konkrete Fälle von Rechtsbruch sowie Bedrohungen des Rechts von Gemeinschaften auf eine sichere und ausreichende Versorgung mit Wasser und Sanitäranlagen zusammenzustellen und entsprechende Kampagnen zu entwickeln“.

Lokale Gemeinschaften würden häufig nicht in die Diskussion über Entwicklungsbelange, die sie direkt beträfen, einbezogen, stellten die Teilnehmenden fest und bekräftigten ihre Bereitschaft, einen Beitrag zur Gewährleistung „gerechter Entscheidungsfindungsprozesse“ zu leisten, in denen lokale Gemeinschaften ein starkes und effektives Mitspracherecht hätten und aktiv dazu beitragen könnten, „ihr Recht auf eine sichere und ausreichende Versorgung mit Wasser und Sanitäranlagen durch nachhaltige Entwicklung zu verwirklichen“.

Die Teilnehmenden erkannten die Notwendigkeit einer „globalen ökumenischen Zusammenarbeit zur Entwicklung und Umsetzung wirksamer Strategien zur Herstellung von Wassergerechtigkeit“. Ferner müssten dringend „Bündnisse und Netzwerke für Wassergerechtigkeit und -rechte auf nationaler, regionaler und globaler Ebene aufgebaut werden“.

Das Ökumenische Wassernetzwerk, ein vom Ökumenischen Rat der Kirchen unterstütztes internationales Netzwerk von Kirchen und kirchlichen Organisationen, hatte die regionale Konsultation organisiert, die vom Nationalen Kirchenrat der Philippinen ausgerichtet wurde. 

Zu den „guten Praktiken“, die auf der Konsultation vorgestellt wurden und die Teilnehmende in ihren eigenen Gemeinschaft fördern und übernehmen wollen, gehört die Nutzung einer tropischen Grasssorte, die in Indien bereits dazu beigetragen hat, die Bodenerosion aufzuhalten und das Wasser auf natürliche Weise zu reinigen. Das Gras mit dem Namen Vetiver leiste an Flussufern einen überaus nützlichen Dienst, betonte Dr. Mathew Koshy Punnackadu, Organisator des Ausschusses für ökologische Fragen der Kirche von Südindien, da es die in menschlichen Exkrementen enthaltenen E-Kolibakterien und andere Giftstoffe im Wasser, wie Phosphate, Nitrate und Schwermetalle, binde.

Punnackadu, Wissenschaftler und Direktor des Bishop Moore College in Südindien, hat dazu beigetragen, diese „Wunderpflanze“, wie er sie nennt, bekannt zu machen, sodass sie heute vermehrt eingesetzt wird, um verschmutzte und vom biologischen Tod bedrohte Flüsse nicht nur in Indien, sondern auch in anderen Teilen Asiens und Afrikas zu rehabilitieren. 

Als Christen/innen und Vertreter/innen religiöser Organisationen bekräftigten die Teilnehmenden ihren Wunsch, „eine klare theologische Perspektive der Wassergerechtigkeit im Licht der Bewahrung der Schöpfung und der Schöpfung als erster Offenbarung Gottes zu entwickeln“.

Sie gaben ihrer Hoffnung Ausdruck, dass eine solche theologische Grundlage ihnen helfen könne, Aufklärungsarbeit in Gemeinschaften zu leisten und die Menschen zu mobilisieren, „verantwortliche Haushalter/innen und Bürger/innen in Gottes Schöpfung zu werden“.

In dieser theologischen Perspektive verpflichteten sich die Teilnehmenden, „die Rechte der Erde neben dem Recht der Menschen auf Wasser und sanitäre Grundversorgung zu bekräftigen“.

„Generationengerechtigkeit”, also die Gewährleistung des Wohls künftiger Generationen, war ein weiteres Anliegen, das die Teilnehmenden zum Ausdruck brachten. Als besonders wichtig erachteten sie es, so die Teilnehmenden, „nationale Regierungen und Unternehmen bei ihren langfristigen Initiativen zur Achtung und Berücksichtigung verantwortlicher und nachhaltiger Entwicklungsstrategien“ zu motivieren. 

Bergbau und Energiegewinnung seien zwei Industriezweige, die in Asien in Gebieten mit hoher natürlicher Artenvielfalt und einem großen Reichtum an natürlichen Ressourcen, einschließlich Wasser, besondere Aufmerksamkeit erforderten. 

Die Teilnehmenden sahen es als unabdingbar an, „die Energie und den Enthusiasmus [derer] zu nutzen“, die die Erde und ihre Ressourcen eines Tages von uns erben werden - die jungen Menschen in und außerhalb der Kirchen. 

Gleichermaßen riefen sie alle Beteiligten zu Rechenschaftspflicht, Transparenz und Verantwortung bei der Nutzung der „globalen Gemeingüter“, wie Wasser und biologischer Vielfalt, auf. 

Volltext der Erklärung der Konsultationsteilnehmenden (auf Englisch, pdf)


Weitere Informationen zum Ökumenischen Wassernetzwerk:

http://wasser.oikoumene.org/