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ÖRK enttäuscht über Ergebnis des Klimagipfels in Kopenhagen

ÖRK enttäuscht über Ergebnis des Klimagipfels in Kopenhagen

Prof. Jesse Mugambi

01. Januar 2001

Nachdem sich die Aufregung um die Kopenhagener Klimaverhandlungen gelegt hat, ist es jetzt an der Zeit, Bilanz zu ziehen. Aus Sicht des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) entsprechen die Verhandlungsergebnisse leider nicht den Erwartungen, die an den Klimagipfel geknüpft worden waren.

"Das Abschlussdokument, das vergangene Woche von einigen Ländern ausgehandelt wurde, kam ohne Transparenz und ohne Konsens zustande. Es wurde von den mächtigen Ländern der Welt in geheimen Sitzungen ausgearbeitet", erklärte der ÖRK-Programmreferent für Klimawandel, Guillermo Kerber. "Das ganze Verfahren hat sich als schwerer Schlag gegen den Multilateralismus und die demokratischen Prinzipien des UN-Systems erwiesen."

Das Abschlussdokument, der sogenannte "Copenhagen Accord", wurde zwischen 5 Ländern – den USA, China, Indien, Südafrika und Brasilien - ausgehandelt. Es hält fest, dass es solide wissenschaftliche Grundlagen für eine Begrenzung der Temperaturerhöhung unter 2 Grad Celsius gibt, enthält aber keine bindenden Verpflichtungen, die Emissionen zu reduzieren, um die Temperaturerhöhung unter Kontrolle zu halten.

Während UN-Generalsekretär Ban Ki-moon das Abschlussdokument einen "wesentlichen Anfang" nannte, sind viele Nichtregierungsorganisationen der Meinung, dass es wenig dazu beiträgt, die schädlichen Folgen des Klimawandels, insbesondere für die Ärmsten, einzudämmen.

Die Mitglieder der ÖRK-Delegation, die an der 15. Konferenz der Vertragsstaaten der UN-Klimarahmenkonvention (COP 15) teilnahmen, kritisierten die Abschlusserklärung einmütig und stellten fest, dass die Ärmsten der Armen einmal mehr am meisten unter diesem unfairen Deal leiden.

Die Verhandlungen zwischen allen Ländern müssten dringend wieder aufgenommen werden, mit dem Ziel, für die Industriestaaten klare Reduktionsziele festzulegen – 40 Prozent weniger CO2-Emissionen bis 2020 – und jährlich 150 Milliarden USD für die Anpassung der anfälligsten Entwicklungsländer an den Klimawandel bereitzustellen, forderte Erzbischof Desmond Tutu bei der Überreichung der Unterschriften für Klimagerechtigkeit, die im Rahmen der Aktion "Countdown to Copenhagen" gesammelt worden waren.

"Obwohl es nicht das erste Mal ist, dass auf einer Konferenz der Vertragsstaaten keine Vereinbarung erreicht worden ist", erinnerte Elias Abramides, der Leiter der ÖRK-Delegation, "war es dieses Mal schlimmer, weil es keine Transparenz gab und Schattenverhandlungen zwischen einigen Ländern geführt wurden, ohne dass alle beteiligt worden wären."

"In Kopenhagen haben die Industrieländer die Chance verpasst, mit gutem Beispiel voranzugehen", erklärte Prof. Jesse Mugambi aus Kenia, der Mitglied der ÖRK-Arbeitsgruppe zum Klimawandel ist. "Länder wie China und Indien kamen mit konkreten Maßnahmen, die sie freiwillig zur Reduzierung der CO2-Emissionen ergriffen haben. Sie sind dazu nicht verpflichtet, da sie nicht zu den Anhang I-Ländern des Kyoto-Protokolls gehören. Die meisten der Industrieländer haben nicht die nötige Bereitschaft zur Selbstverpflichtung gezeigt, die notwendig ist, um die ganze Welt davon zu überzeugen, die Herausforderungen des Klimawandels aufzugreifen."

"Der Kampf gegen den Klimawandel geht weiter", sagte Kerber. "Wir müssen im nächsten Jahr auf der unglaublich starken Bewegung aufbauen, die von Kirchen und Zivilgesellschaft mit Gebeten, Glockenläuten, Lobbyarbeit mobilisiert worden ist, um in Kopenhagen zu einem gerechten, ehrgeizigen und verbindlichen Abkommen zu gelangen, das dieses Mal aufgrund der mangelnden Bereitschaft der meisten Industrieländer nicht erreicht wurde."

"Die ökumenische Delegation wie auch die ganze Zivilgesellschaft fühlen sich durch dieses Ergebnis betrogen, werden sich aber weiterhin für ein Abkommen engagieren, das alle Länder einbezieht und das wir unbedingt brauchen", schloss er.

ÖRK-Aktivitäten in Kopenhagen (auf Englisch)

Fotogalerie

Engagement des ÖRK gegen den Klimawandel