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Zeit der Schöpfung 2011: Aufruf zu Gebet, Reflexion und Handeln

Zeit der Schöpfung 2011: Aufruf zu Gebet, Reflexion und Handeln

Feier anlässlich des ökumenischen Tags der Schöpfung in Berlin. Foto: ACK

01. Januar 2001

In einer Zeit, in der die Auswirkungen des Klimawandels auf der Titelseite fast jeder Zeitung, Zeitschrift und Website Erwähnung finden, rufen die Kirchen auf der ganzen Welt zu einer Neuverpflichtung für die Umwelt und die Ökosysteme auf.

Während des gesamten Monats September halten Kirchen und Organisationen von Deutschland bis nach Australien, von Indien bis nach Südafrika, vom Pazifik bis nach Nordamerika eine „Zeit der Schöpfung” ab: Einen Monat lang feiern sie die Schöpfung und geben ihrer Sorge um Klimagerechtigkeit Ausdruck.

Vom 1. September bis 4. Oktober ruft der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) Christen und Organisationen dazu auf, die Zeit zu nutzen, um ihr Engagement für die Umwelt und die Ökosysteme zu erneuern.

Diese „Zeit der Schöpfung“ ist Teil des ÖRK-Engagements für Klimagerechtigkeit. Mit ihr heben Kirchen und religiöse Netzwerke die ethischen und spirituellen Aspekte in der Diskussion um Umweltfragen hervor. Um dieser Haltung praktischen Ausdruck zu verleihen, hat der ÖRK bei sämtlichen Konferenzen der Vertragsparteien (COP) des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen Fürsprachearbeit geleistet. Die nächste Konferenz findet im Dezember in Durban, Südafrika, statt.

Sowohl das Anfangs- als auch das Abschlussdatum der „Zeit der Schöpfung“ gründen in der Sorge um die Schöpfung in der westlichen und der östlichen Tradition des Christentums. Um unsere Verantwortung für die Natur hervorzuheben, erklärte der verstorbene Ökumenische Patriarch Dimitrios I. 1989 den 1. September zu einem Tag des Gebets für die Umwelt.

Außerdem beginnt das orthodoxe Kirchenjahr jeweils am 1. September und erinnert daran, wie Gott die Welt geschaffen hat. Der 4. Oktober hingegen wird von der römisch-katholischen und anderen Kirchen als Gedenktag zu Ehren von Franz von Assisi gefeiert, der als Schutzheiliger der Natur gilt.

Oeku, ein ökumenischer Verein, der sich in der Schweiz für Umweltanliegen einsetzt, lancierte die „SchöpfungsZeit“ als Teil der Feiern zum 25. Jubiläum seines Bestehens. Der Verein verfolgt diese Initiative seit 1993, den diesjährigen Schwerpunkt bildet das Internationale Jahr der Wälder. Evangelische, orthodoxe, altkatholische und römisch-katholische Kirchgemeinden aus der Schweiz beteiligen sich an den verschiedenen, von Oeku organisierten Programmen.

Verantwortung für die Schöpfung


Der Nationale Kirchenrat von Indien (NCCI) lancierte ebenfalls eine Kampagne: „Gedenken wir unseres Schöpfers und der Schöpfung“. Die Mitgliedskirchen des NCCI organisieren in diesem Rahmen besondere Gebete, Homilien, Mahnwachen und Aktivitäten, in deren Mittelpunkt Umweltanliegen stehen.

Da die Vereinten Nationen 2011 das Internationale Jahr der Wälder ausriefen, betont der NCCI in seiner Kampagne „die wesentliche Rolle der Menschen beim Erhalt, der nachhaltigen Bewirtschaftung und der Entwicklung der Wälder unserer Erde.“

Mehrere Kirchen in Deutschland initiierten eine bundesweite Feier zur „Schöpfungszeit“. Sie umfasst liturgische Feiern, Predigten und Vorträge bekannter Persönlichkeiten sowie Veranstaltungen wie „In die Stille hören“, bei denen die Teilnehmenden Naturparks besuchen.

Gott hat der Menschheit die Verantwortung für seine Schöpfung gegeben, „bis Er einen neuen Himmel und eine neue Erde vollendet“, erklärte ÖRK-Zentralausschussmitglied Fernando Enns in seiner Predigt während der Feier zum „ökumenischen Tag der Schöpfung“ in Berlin. Die Kollekte anlässlich der ökumenischen Andacht ging ans das Projekt „Jugend für ökologische Gerechtigkeit“.

Im Vorfeld der Klimaverhandlungen der Vereinten Nationen (COP 17) in Durban, Südafrika, bringt der ÖRK in Zusammenarbeit mit dem Lutherischen Weltbund im Rahmen dieses Trainingsprogramms in der zweiten Jahreshälfte 2011 junge Christinnen und Christen zusammen. Auch andere Initiativen von Kirchen, ökumenischen und religiösen Organisationen haben sich zum Ziel gesetzt, an der COP-17-Konferenz sichtbar präsent zu sein.

Der ÖRK-Programmreferent für Klimawandel, Dr. Guillermo Kerber, hofft auf ein verstärktes Engagement für ökologische Gerechtigkeit durch das Feiern der Zeit der Schöpfung: „Die Linie des ÖRK im Hinblick auf den Klimawandel spiegelt das ökumenische Verständnis wider, da sie die ökologischen, wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Aspekte der Klimakrise hervorhebt, zu einem ganzheitlichen Ansatz aufruft und die ethische und biblische Perspektive, dass Klimawandel auch mit Gerechtigkeit zu tun hat, betont.“

Mehr zu den Aktivitäten des ÖRK für ökologische Gerechtigkeit

ÖRK-Kampagne für Klimagerechtigkeit

Materialien für die Zeit der Schöpfung

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