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Das ÖWN ist ein Netzwerk christlicher Organisationen und Kirchen, das für sauberes Wasser für alle Menschen eintritt

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Zugang zu sauberem Wasser für alle - eine Aufgabe für Helden mit der Lizenz zum Beten?

Zugang zu sauberem Wasser für alle - eine Aufgabe für Helden mit der Lizenz zum Beten?

Im neusten James Bond-Film, der letzte Woche in den europäischen Kinos angelaufen ist, versucht der Bösewicht sich die Wasservorkommen eines Entwicklungslands anzueignen. Foto: Flickr

01. Januar 2001

Der bekannteste Spion der Kinowelt ist zurück und dieses Mal bekämpft er einen Bösewicht, der strategisch wichtige Wasserressourcen in einem Entwicklungsland zu kontrollieren versucht. Ist der Inhalt des neusten James Bond-Films wirklich nur Fiktion?

"Bei der Kontrolle von Wasserressourcen geht es immer mehr um Profit und Macht", sagt Maike Gorsboth, Koordinatorin des Ökumenischen Wassernetzwerks (ÖWN), einer Initiative von Kirchen, christlichen Organisationen und Bewegungen, die sich für den freien Zugang zu Wasser für alle Menschen und eine gemeinschaftliche Lösung der Wasser-Krise einsetzen. Im folgenden Interview spricht Annegret Kapp mit Gorsboth über den Zugang zu Wasser als Menschenrecht - und warum Kino und Realität doch näher beieinander liegen als man vielleicht denkt.

Im neusten James Bond-Film, der letzte Woche in den europäischen Kinos angelaufen ist, versucht der Bösewicht die Kontrolle über "den kostbarsten Rohstoff" in einem Entwicklungsland zu erlangen. Wie realistisch ist es, dass die Mafia Kontrolle über die Wasserversorgung eines Landes erlangt?

Schon heute wird um die Kontrolle von Wasserversorgung und -ressourcen gekämpft. Bei der immer größeren Wasserknappheit und der steigenden Nachfrage nach Wasser in vielen Ländern dieser Welt geht es bei der Kontrolle von Wasserressourcen immer mehr um Profit und Macht. Die Industrie kauft Wasserrechte und Land, um ihren Zugang zu Wasser zu sichern. Und dabei kümmern sich nur wenige um die Rechte der Menschen oder um die Folgen für die Umwelt. Der wertvolle Rohstoff wird einfach verbraucht oder verschmutzt.

Deshalb ist der James Bond-Film gar nicht so weit von der Realität entfernt, wie mancher es sich vielleicht wünscht. Und obwohl Korruption in der Wasserwirtschaft weit verbreitet ist, ist das eigentliche Problem, dass das Vorgehen meist nicht illegal ist. In zu vielen Fällen gibt es keine oder nur unzureichende gesetzliche Vorschriften, die die öffentliche Kontrolle von Wasserressourcen sichern oder den privaten Besitz und Gebrauch von Wasserressourcen regulieren.

Wenn Wasser in Zukunft wertvoller sein wird als Öl, beschäftigen sich vielleicht die Geheimdienste damit. Aber warum ist "Wasser für alle" ein Anliegen der Kirchen?

Ohne Zugang zu sauberem Wasser ist weder die Wahrung der Menschenwürde noch Entwicklung möglich. Und es sind mal wieder die Armen, die am meisten darunter leiden, wenn sie keinen Zugang zu sauberem Wasser haben. Dies ist nicht einfach nur eine unvermeidbare Folge der Wasserknappheit. Vielmehr sind es politische, soziale und wirtschaftliche Faktoren, die bestimmen, wer Zugang zu sauberem Wasser hat und wer nicht. Und deshalb ist es ein ethisches Problem, eine Frage der Gerechtigkeit.

James Bond löst das Problem natürlich mit der Waffe. Was unternehmen die Kirchen?

Im Film erreicht der Bösewicht fast sein Ziel, weil er im Geheimen arbeitet und die Geldgier und Käuflichkeit der Menschen ausnutzt. Die Kirchen versuchen, weltweit das Bewusstsein für die Wasserkrise zu schärfen, darüber aufzuklären, was in der Wasserwirtschaft passiert und die Menschen so vor der Gefahr einer Privatisierung der Quelle des Lebens zu warnen. Die Kirchen setzen sich für die armen und verwundbarsten Menschen ein und helfen, deren Bedürfnisse gegenüber mächtigeren Interessengruppen zu vertreten. Auch wirken sie dem Trend entgegen, Wasser auf ein rein wirtschaftliches Gut zu reduzieren, indem sie den Menschen und Behörden den sozialen und religiösen Wert von Wasser ins Gedächtnis rufen.

Weitere Informationen zum Ökumenischen Wassernetzwerk

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