Ecumenical Water Network

Das ÖWN ist ein Netzwerk christlicher Organisationen und Kirchen, das für sauberes Wasser für alle Menschen eintritt

Sie sind hier: Startseite / Was wir tun / News und Events / Wasser, ein universelles Recht – ganzheitlich betrachtet

Wasser, ein universelles Recht – ganzheitlich betrachtet

Wasser, ein universelles Recht – ganzheitlich betrachtet

Dr. Rommel Linatoc © Helen Putsman/ÖRK/ÖWN

05. März 2015

Deutsche Fassung veröffentlicht am: 05. März 2015

 

 

 

 

Rommel Linatoc feiert Wasser mit poetischen Worten:

„Wasser ist ein Geschenk Gottes, eine Quelle des Lebens.
Die große Menge an Wasser auf der Erde und in ihrem Innern ist ein Symbol der Fülle.
Wasser ist Leben und ein grundlegendes Menschenrecht.
Wenn Wasser verweigert wird, erstarrt das Leben.“

Alles Handeln des Menschen müsse kohärent und inklusiv sein, meint Dr. Linatoc. Die Fürsprache und die Projekte des Ökumenischen Wassernetzwerkes zum Thema Wasser sollten dazu beitragen, das interreligiöse Verständnis und breitere ökumenische Unterfangen voranzubringen.

Dr. Linatoc ist der Ansicht, die Verteilung des Wassers sollte über die Lösung der gesellschaftlichen Probleme unserer Zeit erfolgen.

„Für die Mehrheit der Menschen ist sauberes Wasser knapp und Wasser nicht frei verfügbar – das ist das Ergebnis unternehmerischer Gier, gesellschaftlicher Übel und einer ungleichen Verteilung der Ressourcen“, erläutert er. „Durch menschenfeindliche Regierungspolitik, wie sie durch riesige Strukturanpassungsprogramme aufgezwungen wird, verschlimmert sich dies zusätzlich.“

Dr. Linatoc erwähnt eine Resolution des UN-Menschenrechtsrates aus dem Jahr 2010, die bekräftigt, „dass das Menschenrecht auf sauberes Trinkwasser und sichere Sanitärversorgung sich aus dem Recht auf einen angemessenen Lebensstandard ableitet, [...] aber auch aus dem Recht auf Leben und Menschenwürde“.

Ähnliches gilt, wenn Christen Bibelpassagen für Anliegen und Ämter heranziehen, die auf ein Leben in Fülle für alle hinwirken.

Die Menschheit muss die Anliegen rund um Wasser demnach aus ganzheitlicher Sicht betrachten.

In vielen Fällen seien diese Anliegen im Gebet des Pastors oder der Pastorin oder in der Gebetslitanei eingeschlossen, erklärt Dr. Linatoc.

Doch die Liturgie konzentriert sich manchmal auf die romantischen Konzepte der Spiritualität.

„Es ist, wie wenn wir einen 90-minütigen Gottesdienst besuchen und dabei die Realität der Welt vergessen, während wir die restlichen 166,5 Stunden unseres wöchentlichen Lebens den Bemühungen widmen, einen Teil dessen zu sein, was die so stark von Handelsware und Kommerzialisierung geprägte Welt will“, meint er.

Lesen Sie auch: Pilgerweg für Wassergerechtigkeit: Eine liturgische Feier“. Diese Betrachtung von Rommel Linatoc wurde als Teil der Sieben Wochen im Zeichen des Wassers 2015 auf der ÖWN-Website veröffentlicht.

Eine 17-köpfige Gruppe, mehrheitlich Theologinnen und Theologen, aber auch Rechtsanwältinnen/Rechtsanwälte sowie ein Ingenieur, trafen sich vom 8. bis 11. Dezember 2014 im Ökumenischen Institut in Bossey, Schweiz, zu einer theologischen Konsultation über Wassergerechtigkeit, um einen theologischen Rahmen für Wassergerechtigkeit zu erarbeiten. Einige Mitglieder der Gruppe unterhielten sich mit Peter Kenny über das Thema Wasser im Kontext ihrer Regionen, Länder und lokalen Begebenheiten. Er sprach zudem mit mehreren, derzeit in Bossey weilenden Studierenden. Die Gespräche werden in den nächsten Wochen auf der ÖWN-Website veröffentlicht.