Ecumenical Water Network

Das ÖWN ist ein Netzwerk christlicher Organisationen und Kirchen, das für sauberes Wasser für alle Menschen eintritt

4. Woche

Die vierte Bibelbetrachtung der Sieben Wochen im Zeichen des Wassers 2014 stammt von dem „grünen Bischof“ Geoff Davies, dem Direktor des Südafrikanischen Instituts der Glaubensgemeinschaften für Umweltfragen. Unterlegt mit mehreren Bibelzitaten äußert er eine scharfe Kritik an dem anthropozentrischen Verständnis unserer Theologie und fordert uns auf, unsere Rolle als „Hüter der Erde“ anzunehmen. Er setzt sich ebenfalls nachdrücklich dafür ein, Wasser als Geschenk Gottes zu begreifen und niemandem den Zugang zu dieser lebensspendenden Ressource zu verwehren.
4. Woche

Karonga, Malawi. © ACT/Paul Jeffrey

Die vierte Bibelbetrachtung der Sieben Wochen im Zeichen des Wassers 2014 stammt von dem „grünen Bischof“ Geoff Davies, dem Direktor des Südafrikanischen Instituts der Glaubensgemeinschaften für Umweltfragen. Unterlegt mit mehreren Bibelzitaten äußert er eine scharfe Kritik an dem anthropozentrischen Verständnis unserer Theologie und fordert uns auf, unsere Rolle als „Hüter der Erde“ anzunehmen. Er setzt sich ebenfalls nachdrücklich dafür ein, Wasser als Geschenk Gottes zu begreifen und niemandem den Zugang zu dieser lebensspendenden Ressource zu verwehren.

Wasser – ein Geschenk Gottes und ein Menschenrecht. Eine Kritik des Anthropozentrismus

Wasser ist eine Grundvoraussetzung für Leben. Wasser ist ein Geschenk Gottes. Gott will, dass die gesamte Schöpfung die Segnungen des lebensspendenden Wassers empfängt. Wir befassen uns hier deshalb mit einer zutiefst religiösen und ethischen Frage, und es verletzt alle Rechtsnormen, wenn Menschen – und der gesamten Schöpfung – der Zugang zu Wasser verweigert wird. Damit wird nicht nur Gottes Schöpfung, sondern dem Schöpfer selbst Unrecht zugefügt. Deshalb ist ein fundiertes  ethisches und theologisches Verständnis der Wasserfrage von entscheidender Bedeutung. Glaubensgemeinschaften sollten in vollem Umfang an der Bewahrung der natürlichen Umwelt beteiligt werden, denn Fragen der Umweltgerechtigkeit sind im Kern moralischer und ethischer Natur und gehen über rein ökologische, ökonomische und soziale Fragen hinaus. Wir müssen ein belastbares theologisches Fundament für unsere Maßnahmen errichten. Wir befassen uns hier mit Fragen unseres Glaubens und unserer Werte, die unser Verhalten beeinflussen und lenken.

Bitte laden Sie die Bibelbetrachtung herunter, um weiterzulesen (pdf, 462 KB)

Betrachtungen

    1. Es gibt einen Interessenkonflikt zwischen dem Schutz unserer Umwelt und der Notwendigkeit der weiteren menschlichen Entwicklung. Wir müssen aber erkennen, dass unser Wohlergehen und eine gesunde Umwelt untrennbar miteinander verbunden sind.
    2. Lest die Bibel mit einer „grünen Brille“! Ihr werdet erkennen, dass sie zahlreiche Beispiele für die Wunder der Schöpfung enthält. Beispielhaft hier nur einige Textstellen von vielen: Genesis 1,2, 9–10, Genesis 2,6, Hesekiel 47,1–12, John 4:10, 13, 14, Offenbarung 21,1–4, 22:1–2.
    3. Können wird dies nicht nur im Hinblick auf unsere ökumenische Bewegung betrachten, sondern interreligiös? Schließlich atmen wir alle die gleiche Luft und trinken das gleiche Wasser unabhängig davon, welchen Glaubens wir sind.

      Diskussionswürdige Fragen

        1. Was können wir tun, um zu guten „Hütern der Erde“ zu werden?
        2. Wie können wir Wasser als wertvolles Gut behandeln, ohne daraus eine Handelsware zu machen?
        3. Sollte es das gesetzlich verbriefte Recht auf eine „gesunde Umwelt“ geben (z.B. Grundrecht auf Umweltschutz in der südafrikanischen Verfassung), und sollte es gesetzliche Rechte für die natürliche Umwelt geben?

          Ideen für Aktionen

            1. Als Gemeinschaft sollten wir uns darüber informieren, was wir in den Problembereichen Abfallentsorgung und Wasserverschmutzung bewirken können.
            2. Als Gemeinschaft sollten wir uns darüber informieren, was wir unternehmen können, um Trinkwasser zu gewinnen und die Bodenerosion zu stoppen.
            3. Lasst uns mit den Menschen anderen Glaubens in unseren Gemeinschaften zusammenarbeiten und Maßnahmen gegen die Wasserkrise ergreifen, die uns alle bedroht.

            Hinweis: Die Meinungen, die in den Bibelbetrachtungen und verlinkten Hintergrundmaterialien zum Ausdruck kommen, spiegeln nicht notwendigerweise die Position des ÖWN und des ÖRK wider.