Ecumenical Water Network

Das ÖWN ist ein Netzwerk christlicher Organisationen und Kirchen, das für sauberes Wasser für alle Menschen eintritt

7. Woche

Die siebte und letzte Betrachtung zu den Sieben Wochen im Zeichen des Wassers 2014 stammt von Stephen Larson, dem Pastor ad interim der englischsprachigen Gemeinde der evangelisch-lutherischen Kirche in Genf. In seiner Betrachtung berichtet er über die „Wasserreise durch die Fastenzeit“, zu der seine Gemeinde durch die Sieben Wochen im Zeichen Wassers des ÖWN inspiriert wurde. Seine Gemeinde wählte das Wasser als roten Faden für alle sieben Wochen der Fastenzeit einschließlich der Karwoche und Ostern.
7. Woche

Szenische Lesung aus dem Johannesevangelium in der evangelisch-lutherischen Kirche in Genf

Die siebte und letzte Betrachtung zu den Sieben Wochen im Zeichen des Wassers 2014 stammt von Stephen Larson, dem Pastor ad interim der englischsprachigen Gemeinde der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Genf. In seiner Betrachtung berichtet er über die „Wasserreise durch die Fastenzeit“, zu der seine Gemeinde durch die Sieben Wochen im Zeichen Wassers des ÖWN inspiriert wurde. Seine Gemeinde wählte das Wasser als roten Faden für alle sieben Wochen der Fastenzeit einschließlich der Karwoche und Ostern.

Eine Reise durch die Fastenzeit: Aus der Dürre der Wüste zur Quelle des lebendigen Wassers

Während dieser Fastenzeit hat sich die englischsprachige Gemeinde der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Genf (ELCG-ESC) für das Ökumenische Wassernetzwerk und dessen Betonung des Wassers, bzw. des Wassermangels engagiert, indem sie sich der Kampagne Sieben Wochen im Zeichen des Wassers anschloss. Dazu hat das für die Gottesdienstplanung zuständige Team im Revised Common Lectionary (RCL) Texte herausgesucht, deren Wassersymbolik während der Sonntagsgottesdienste in Bildern und Liturgie zum Ausdruck gebracht werden konnten. Die Texte reichten von der Versuchung in der Trockenheit der Wüste über das lebendige Wasser für die Samariterin, die Tränen Jesu am Grab des Lazarus, die Fußwaschung im Abendmahlssaal bis hin zu den „wässerigen“ Osternachtslesungen über Schöpfung, Sintflut, Exodus und Jesajas Einladung an alle Durstigen, zum Wasser zu kommen. Das Gottesdienst-Team konzentrierte sich auf die Gefäßsymbolik im Johannesevangelium (4,11), wo die Samariterin feststellt, dass Jesus nichts hat, womit er schöpfen könnte. Während der Gottesdienste wurde dieses Bild mal zu einem „hoffnungsleeren“ Gefäß, mal zu einem mit lebendigem Wasser überquellendem Eimer.

Bitte laden Sie die Bibelbetrachtung herunter, um weiterzulesen (pdf, 490 KB)

Was kommt als nächstes? Einige Fragen und Denkanstöße:

Karwoche 2014

Lassen Sie sich nun von Ihrer Fantasie und Ihrer vom Glauben erfüllten Kreativität leiten! Auf dieser Reise durch die Fastenzeit sind nun Sie an der Reihe - mit der Wassersymbolik vor Ihrem geistigen Auge:

  • Welche Symbole oder Bilder des Wassers (oder des Wassermangels) fallen Ihnen ein, wenn Sie über die allgemein bekannten Texte der Karwoche nachdenken?

Gründonnerstag

Am Gründonnerstag liegt die Wassersymbolik in der Fußwaschung, die für Dienerschaft und das Gebot der Liebe steht. Laut Johannes fällt sie in die Zeit des Passahfestes (Joh 13,1). Was bildet also den Hintergrund: Tränen der Trauer über den Tod der Erstgeborenen? Der Durchzug durch das Wasser des Roten Meeres, das zur Befreiung der Hebräer aus der Sklaverei zurückweicht? Das Ertrinken des ägyptischen Heers?

Karfreitag

Am Karfreitag wird die Passion aus dem Johannesevangelium verkündet. Am Kreuz spricht Jesus: „Mich dürstet“. Steht dieses Bild für den Tag, an dem die Gemeinschaft ihre Solidarität mit all jenen bezeugt, denen heute nach sauberem statt verseuchtem Wasser dürstet; oder nach verfügbarem Wasser, statt eines mehrstündigen Fußmarsches bis zum nächsten Fluss oder Wasserhahn?

Ein paar Verse weiter (Joh 19,34) fließen Blut und Wasser aus der Seite Jesu, nachdem sich ein Soldat mit dem Speer von seinem Tode überzeugt hat. Bis zum heutigen Tag wird in vielen Kirchen im Abendmahlskelch Wasser hinzugefügt zum Gedenken an das rettende und neues Leben spendende Blut Christi.

Die Osternacht

Die Osternacht ist die Liturgie des Kirchenjahres. In dieser Nacht wurden die Menschen in der alten Kirche durch die Taufe mit dem Tode und der Auferstehung Jesu verbunden. Die vierteilige Liturgie beginnt mit der Segnung eines neuen Feuers und dem Einzug der Osterkerze. Darauf folgen die alttestamentlichen Lesungen der Rettungsgeschichten, in denen Wasser vorkommt: das Wasser der Schöpfungsgeschichte, die hebräischen Sklaven, die trockenen Fußes das Rote Meer durchqueren, bevor die ägyptischen Soldaten in den Fluten ertrinken und der Aufruf Jesajas: „Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser...“ (Jes 55,1).

Das biblische Motiv des lebensrettenden Wassers läuft in das Taufbecken über – den dritten Teil der Liturgie –, wo neue Kinder Gottes in dem von Gnade erfüllten Taufwasser gewaschen werden. Im vierten Teil werden alle in der ersten Ostereucharistie am Tisch des Herrn mit dem Brot des Lebens und dem Kelch der Rettung genährt. Danach werden sie wieder in die Welt hinaus gesandt, um das lebendige Wasser des auferstandenen Christus mit anderen zu teilen. „Gehet hin in Frieden und dient dem Herrn“.

 

Hinweis: Die Meinungen, die in den Bibelbetrachtungen und Hintergrundmaterialien zum Ausdruck kommen, spiegeln nicht notwendigerweise die Position des ÖWN und des ÖRK wider.